1-../../../images/mm_bw_logo_logo.jpg
top ^

Weichhautmilben

  • Bilder
  • Schadbild
  • Biologie
  • Vermehrung
  • Bekämpfung
  • Biologische Bekämpfung
  • Historisches

Free for use under the Pixabay Content License

Die Weichhautmilben, auch Fadenfußmilben genannt, sind sehr kleine, etwa 0,2-0,3 mm lange, elliptische, glasig-durchscheinende Milben. Sie leben sehr versteckt, meist in der Nähe des Vegetationspunktes im Herzen der Pflanze. Die Milben vermehren sich bei hohen Temperaturen und hoher relativer Luftfeuchtigkeit sehr schnell. Die Tiere sind fast nie zu finden, erst wenn das Schadbild zu sehen ist, Milben sind lichtempfindlich und bevorzugen junges, weiches Pflanzengewebe.

Die Milbem kommen in den Tropen und in Gewächshäusern gemäßigter Zonen vor. 1890 wurde erstmals von einem Befall durch Weichhautmilben an Baumwolle berichtet. Auch in anderen Kulturen in tropischen Regionen wie Tee, Kautschuk, Zitrusfrüchten, Tabak und Kartoffeln verursacht die Weichhautmilbe wirtschaftliche Schäden. In Gewächshäusern werden Paprika häufig befallen, aber auch Auberginen, Tomaten und Gurken sowie Zierpflanzen wie Begonien, Efeu, Pelargonien, Saintpaulia, Impatiens-Neu-Guinea-Hybriden, Gerbera, Cyclamen und andere Kulturen sind anfällig. In gemäßigten Zonen können die Milben nicht im Freiland überwintern.
Bei den Orchideen werden Paphiopedilum und Phalaenopsis besonders häufig angegriffen.

Weichhautmilben vermehren sich durch geschlechtliche Fortpflanzung (Paarung von Männchen und Weibchen) und legen Eier, aus denen sich Larven entwickeln, die dann zu adulten Tieren heranwachsen, wobei sie mehrere Häutungen durchlaufen. Die Vermehrung wird stark durch hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt, und die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier kann unter idealen Bedingungen nur 4-5 Tage dauern, wobei jedes Weibchen bis zu 50 Eier ablegt, was zu einem enormen Vermehrungspotenzial führt

Als erstes muss eine eventuelle hohe Luftfeuchtigkeit reduziert werden. Akarizide (Wirkstoffwechsel) wiederholt und in Ruhe spritzen, dabei darauf achten, das möglichst die Verstecke der Weichhautmilben ereicht werden.

Es ist eine biologische Bekämpfung mit Amblyseius-Raubmilben möglich. Sinnvoll ist eine Ausbringung im Tütensystem, damit die Raubmilben langsam nach und nach aus den Tüten in den Pflaneznbestand abwandern.

Da die Weichhautmilben erst Mitte des 20. Jahrhunderts als Schädling in unseren Kulturen bekannt wurden, sind keine historischen Dokumente verfügbar.