Dickmaulrüssler
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An den oberirdischen Pflanzenteilen sind nachts zumeist die voll entwickelten Käfer aktiv. Es werden Blätter, Pseudobulben, aber auch alle anderen Pflanzenteile angefressen. Im Subtrat können die Larven gewaltigen Hunger entwickeln, und Wurzelwerk bis hin zu grünen Pflanzenteilen alles anfressen. Totalverluste sind keine Ausnahme.
Dickmaulrüssler sind 3-15mm groß, braun, dunkelgrau bis fast schwarz, aber auch gelbliche Arten sind bekannt. Besonders auffällig sind bei allen Arten die deutlich ausgebildeten Rüssel. Die Tiere sind dämmerungs- oder nachtaktiv und polyphag. Sie fressen fast alles an Pflanzen, aber auch abgestorbene Pflanzenteile. Die Käfer sind flugunfähig und sie vermehren sich geschlechtlich. Ihre Lebenserwartung beträgt 7 Monate bis 2 Jahre. In der Kultur im Haus kommen sie so gut wir gar nicht vor, meist werden sie mit alten, zersetzten Substraten eingeschleppt.
Häufiger Rüsselkäfer:
gefurchter Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus Fabr.):
Die Vermehrung erfolgt geschlechtlich, ein Weibchen kann einmal im Jahr ca. 250 Eier legen. Danach erfolgte eine komplette Entwicklung: Ei -> Larve -> Puppe -> Köfer. In beheizten Räumen entwickeln sich die Puppen sehr schnell, im Freiland dient die Puppe der Überwinterung.
Für eine erfolgreiche chemische Bekämfung reichen die für einen Endverbraucher erhältlichen Mittel nicht aus.
Dickmaulrüssler sind tatsächlich Schwächeparaisten, gesunde, kräftige Pflanzen in gut durchlüfteten Substraten bieten kaum eine Lebensgrundlage. Daher sollten vorbeugend immer alle alten Pflanzenteile entfernt werden und nur frische, aerobe Substrate verwendet werden.
- Käferfallen: Spezielle Fallen (z.B. mit Nematoden-Gel) nutzen die Versteckgewohnheiten der Käfer, um sie gezielt zu parasitieren.
- Nützlinge fördern: Igel und Spitzmäuse sind natürliche Fressfeinde, denen man durch natürliche Unterschlüpfe helfen kann. (Igel auf der Fensterbank und Spitzmäuse zwischen den Pflanzen gefällt leider nicht jedem).
- Nematoden (Fadenwürmer): Dies ist die wirksamste Methode. Spezielle Nematoden (z.B. Heterorhabditis bacteriophora) dringen in die Larven ein, infizieren sie mit Bakterien und töten sie ab. Sie werden mit Wasser angerührt und in den feuchten Boden gegossen. Wichtig ist eine Bodentemperatur über 12°C (außer Steinernema kraussei ab 5°C) und anhaltende Feuchtigkeit.
- Pflanzenschutzmittel auf Neem-Basis: Aus Neemöl gewonnene Mittel können die Käfer und Larven schädigen. Neempresskuchen kann direkt in den Boden eingearbeitet werden (Vorsicht bei Orchideen).
- Angeblich hilft auch Wermutjauche: Wermutjauche ist ein biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Ameisenpopulationen im Garten. Hergestellt wird sie durch das Vergären von 300 Gramm frischem oder 30 Gramm getrocknetem Wermutkraut in 10 Litern Wasser.
Dickmaulrüssler haben in der Gewächshauskultur früher keine Rolle gespielt. Die Tipps, die man meist in nur sehr kurzer Erwähnung finden konnte, beziehen sich auf Absammeln, oder Fallen mit Holzwolle und zersetzten Substraten gefüllt.