Alexander, Herbert George (1875 - 1972)
Die Geschichte des Dean Of Cymbidium Breeders ist eng verknüpft mit der Geschichte Holfords und Westonbirts.Ein großes Landhaus mit weitläufigem Garten war das Statussymbol in der Mitte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der Robert Holford ein Vermögen von 1.000.000 Pfund sowie Westonbirt Estate erbte. Er investierte 250.000 Pfund in sein Haus in Holford und machte es damit zu einem der zehn teuersten viktorianischen Häuser.
Seine Pläne für den Garten waren so aufwändig, dass er das Dorf Westonbirt umsiedelte und sogar Straßen in der Umgebung verlegte. Im Schnitt waren für das Anwesen 115 Gärtner beschäftigt. (Das Westonbirt Arboretum in Gloucestershire ist erhalten geblieben, und ist zu besichtigen, als schönste Zeit gilt der Herbst). 1899 beschloss Sir George Holford, neben seinem Arboretum und Garten auch eine aussergewöhnliche Orchideensammlung aufzubauen, und stellte den 24 jährigen H.G. Alexander ein.
H.G. Alexander wurde 1875 geboren, seine Mutter Sarah soll Näherin gewesen sein, über seinen Vater ist nichts bekannt. Der Familienstand ist unklar, seine Ehefrauen sollen Anna Georgina oder Hilda gewesen sein, als Mutter seiner Söhne wird aber Rosanna Lambert angegeben, die im Alter von 25 Jahren starb.
H.G. Alexander übernahm die Leitung und den Aufbau der Orchideensammlung Holfords zu einer Zeit, als es den Mitarbeitern nur gestattet wurde, zwischen 4Minuten vor 6 Uhr und 4 Minuten nach 6 Uhr zu betreten, wer zu spät kam, durfte den Tag nicht mehr arbeiten, die normale Arbeitszeit betrug 12 Stunden an 7 Tagen pro Woche.
Wenn Sir George Holford abends die Gewächshäuser besichtigen wollte, so hatte H.G. Alexander anwesend zu sein, und die frischen Blüten wurden bei Streichholz oder Kerzenlicht angeschaut.Unter der Leitung Alexanders wurden die Gewächshäuser umgebaut, und auf 27 erweitert, hauptsächlich Cymbidium, aber auch Cattleya und Paphiopedilum.
Alexander zeigte sich während seiner Zeit bei Holford als außerordentlich erfolgreich, viele Pflanzen wurden außergewöhnlich hoch prämiert, und viele Neuzüchtungen waren bahnbrechend. Cymbidum Alexanderi gilt bis heute als bahnbrechend in der Züchtung, auch Slc. Falcon Westonbirt gilt bis heute als Durchbruch in der Züchtung roter Minicattleya. Obwohl Alexander stets der Züchter war, findet sich heute noch in der Registrierung ein >H.< für Holford als Züchter, erst nach Holford s Tod wird >A> für Alexander angegeben.
Die große Liebe gehörte aber den Cymbidium und deren Zucht. So führte er 1903 die Kultur in Osmunda ein, die nach anfänglichen großen Wiederständen der Standard in England bis nach dem 2. Weltkrieg wurde.Seiner Ansicht nach mussten Cymbidium mit wenig Dünger in Osmunda wachsen, so dass die Pflanzen klein und zierlich blieben, dafür aber deutlich sichtbare Blütenstände produzierten. Das die Pflanzen weniger häufig blühten, nahm er in Kauf, und versuchte dies erfolgreich durch Züchtung auszugleichen.
Nachdem Tod Sir George Holfords 1926 übernahm er die Orchideensammlung, und firmierte als H.G. Alexander Ltd. Seine Absatzmärkte waren die Oberschicht in den U.S.A., die seine neuen Züchtungen außerordentlich schätzten. Unter ihnen waren unter anderem Paphiopedilum Hellas, eine wichtige Zuchtpflanze für kupferfarbene Hybriden, und Paph. Susan Tucker, die erste weiße, großblütige Hybride.
Seine Söhne sollten die Gärtnerei fortführen, allerdings starb Edwin Holbrow Alexander 19jährig 1940 als Pilot in Norwegen, Stanley George Alexander 1944 wahrscheinlich in Arnheim. Bis zu seinem Ruhestand 1954 betrieb Alexander seine Gärtnerei in Westonbirt und blieb bis zu seinem Tod 1972 den Orchideen eng verbunden.